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Was machen Produktmanager:innen wirklich? Die wichtigsten Tätigkeiten laut Befragung

19. Februar 2026

Was machen Produktmanager:innen wirklich im Arbeitsalltag?

„Produktmanager sind CEOs ihrer Produkte“ – diesen Satz hörst du häufig in Stellenanzeigen. Doch was machen Produktmanager:innen tatsächlich in ihrem Arbeitsalltag? Sind sie Strategen, Koordinatoren, Feuerlöscher, oder alles zugleich?

Eine exklusive Befragung von 265 Produktmanager*innen aus dem deutschsprachigen Raum (Mai/Juni 2022) gibt überraschende Antworten auf die Frage was machen Produktmanager:innen:

Während 80% sich als beste Kenner ihrer Produkte sehen, identifizieren sich nur 53% mit der Moderations- und Leadership-Rolle, obwohl genau diese für langfristigen Produkterfolg entscheidend ist.

Die größte Überraschung bei der Frage was machen Produktmanager:innen:

Nur 44% steuern bewusst die betriebswirtschaftliche Performance ihrer Produkte. Stattdessen verbringen 67% der Produktmanager:innen ihre Zeit mit operativen Aufgaben im Produktmanagement, und ertrinken im Hamsterrad. Das ist mehr als eine Rollenverwirrung. Es ist ein strukturelles Verständnisproblem, das erklärt, warum viele Produkte technisch perfekt, aber strategisch erfolglos sind.

Produktmanager*innen verbringen durchschnittlich 67% ihrer Arbeitszeit mit operativen Tätigkeiten im Produktmanagement, obwohl ihre strategische Rolle den langfristigen Unternehmenserfolg sichert.


Inhalt


Produktmanagement im Überblick: Definition & Produktmanagement Cycle

Was ist Produktmanagement?

Produktmanagement ist die strategische Schnittstellenfunktion, in der sich alle wichtigen Informationen und Fäden zum Produkt zusammenlaufen. Die Produktmanagement-Expertin Melissa Perri definiert es prägnant:

„Produktmanagement ist eine Karriere, nicht nur eine Rolle, die man in einem Team spielt. Der Produktmanager versteht sowohl das Geschäft als auch den Kunden tief, um die richtigen Möglichkeiten zu identifizieren, um Wert zu schaffen.“

Das konkrete Tätigkeitsfeld der Aufgaben im Produktmanagement umfasst:

  • Recherche- und Analyse-Aufgaben (Wer braucht was?)
  • Zieldefinition und Strategische Planung (Wohin gehen wir?)
  • Leadership-Aufgaben (Wie bringen wir es zusammen?)
  • Produkte kreieren und managen (Wie setzen wir es um?)
  • Vermarktung der eigenen Produkte (Hat es funktioniert?)

Der Produktmanagement Cycle beschreibt diese Aufgabenbereiche mit Führung im Zentrum, weil ohne Führung (laterale, ohne Weisungsbefugnis) kein Produktmanagement erfolgreich sein kann. Dies ist ein Kernaspekt der Aufgaben im Produktmanagement.

Die Studie 2022: Methodik & Befragte

Die folgenden Erkenntnisse basieren auf einer umfassenden Befragung von 265 Produktmanager*innen durchgeführt von Product Lounge im Mai und Juni 2022:

MerkmalDetails
Stichprobengröße265 Produktmanager*innen (deutschsprachiger Raum)
FokusB2B/Industriebereich, überwiegend technologische Produkte (75%)
Geschlechterverteilung74,7% männlich, 25,3% weiblich
Berufserfahrung73% arbeiten >3 Jahre im PM, 29% sogar >10 Jahre
UnternehmensgrößenVon KMUs bis Großkonzerne (3 Mrd.+ € Umsatz)

Die Ergebnisse stellen keine Best Practices dar, sondern das ganz normale Tagesgeschäft im Produktmanagement, mit all seinen Widersprüchen und Verbesserungspotenzialen. Sie beantworten die zentrale Frage: Was machen Produktmanager:innen tatsächlich.


Die 7 Rollen im Produktmanagement: So sehen sich Produktmanager:innen selbst

Das Produktmanagement Rollenmodell: 7 Rollen unter der Lupe

Produktmanager*innen nehmen täglich sieben unterschiedliche Rollen ein. Die Studie fragte: Wie stark identifizieren sich Produktmanager:innen mit jeder Rolle, und wie kompetent fühlen sie sich darin? 

Das radardiagramm beinhaltet die ergebnisse der produktmanagementbefragung zum thema wie produktmanager:innen ihre rolle selbst wahrnehmen
PM Role Chart – Radardiagramm mit 7 Rollen + Mindset – PRODUCT LOUNGE Produktmanagement Befragung 2022

Die 7 Rollen mit Identifikation und Kompetenzeinschätzung:

RolleIdentifikation (Zustimmung %)Kompetenzen (sehr gut/gut %)
Bester Kenner der eigenen Produkte81%75%
Präsentator & Kommunikator79,8%77,8%
Bester Kenner Markt & Wettbewerb70,5%70,5%
Stratege & Visionär67,4%69,9%
Innovator & Lebenszyklusmanager69,4%66,8%
Bester Kenner Kunden & Anwender59,8%65,7%
Moderator & Leader53%56,5%

Datenquelle: PM Studie 2022, Product Lounge

Die zentrale Erkenntnis

Produktmanager:innen sehen sich am stärksten als Produktkenner und Kommunikatoren, aber am schwächsten als Leader und Kundenvertreter. Diese Diskrepanz ist strukturell problematisch, weil:

  1. Kundenzentrierung das Fundament für Product-Market-Fit ist
  2. Leadership-Aufgaben und Führungsverantwortung unverzichtbar für erfolgreiche Produktentwicklung sind
  3. Beide Rollen nicht optional, sondern Kernkompetenzen darstellen
Rollenidentifikation und die Diskrepanz zwischen Produktkenntnis und Leadership

In diesem Video-Ausschnitt aus dem Product Lounge Meetup wird die Diskrepanz zwischen Produktkenntnis (81%) und Leadership-Verständnis (53%) visuell erklärt.

Es wird hier deutlich:

„Was unterrepräsentiert ist, ist tatsächlich die Rolle des besten Kenner der Kunden und Anwender. Auch die Moderator und Leadership Rolle wird tatsächlich nicht so gesehen als zentrale Aufgabe im Produktmanagement gesehen.“


15 konkrete Produktmanager Tätigkeiten: Was machen Produktmanager:innen wirklich täglich

Das volle Spektrum der Produktmanagement Arbeit und der Produktmanager Tätigkeiten

Um über abstraktere Rollen hinaus zu verstehen, was machen Produktmanager:innen konkret täglich, wurden 15 Tätigkeiten abgefragt. Die Ergebnisse zeigen deutliche Muster in den Aufgaben im Produktmanagement:

Das diagramm zeigt durch aussagen zu denen sich produktmanager:innen mit ja oder nein geäußert haben, wie sie ihre aufgaben selbst wahrnehmen
15 Aussagen zu wahrgenommenen Produktmanagement Aufgaben – PRODUCT LOUNGE Produktmanagement Befragung 2022

Die konkreten Aufgaben nach Zustimmungsgrad

AufgabeTrifft zu (%)Trifft nicht zu (%)
Produkt intern & extern repräsentieren85,0%15,0%
Stimme der Kunden im Unternehmen sein81,0%19,0%
Kunden & Anwender sehr gut kennen79,7%20,3%
Technische Details & Funktionsweisen kennen75,3%24,7%
Neue Ideen erarbeiten (allein & im Team)75,3%24,7%
Betriebswirtschaftliche Performance kennen70,9%29,1%
Produkt durch Lebenszyklus steuern70,1%29,9%
Workshops moderieren70,5%29,5%
Strategische Planung erarbeiten68,7%31,3%
Entscheidungen aktiv vorbereiten64,7%35,3%
Betriebswirtschaftliche Performance steuern43,6%56,4%
Interdisziplinäres Team führen41,2%58,8%
Facharbteilungen anweisen29,5%70,5%

Datenquelle: PM Studie 2022

Die kritischen Lücken bei den Produktmanager Tätigkeiten

Die Tabelle zeigt eine besorgniserregende Diskrepanz, zu den Aufgaben im Produktmanagement.

Hohe Zustimmung bei:

  • Repräsentation & Kommunikation (85%)
  • Kundenkenntnis (79,7%)
  • Technischem Verständnis (75,3%)

Niedrige Zustimmung bei:

  • Performance-Steuerung (43,6%), mehr als die Hälfte sieht das nicht als ihre Aufgabe
  • Team-Führung (41,2%), fast 60% führen kein interdisziplinäres Team

Es lässt sich also ein Defizit bei der wirtschaftlichen Verantwortung  für Produkte und bei Produktmanagement als Führungsaufgabe erkennen, obwohl das wesentliche Aufgaben im Produktmanagement sind.

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Operative vs. Strategische Tätigkeiten

Die 67-33-Realität: Das Hamsterrad-Problem

Eine zusätzliche Studie zur Produktmanagement-Praxis in Deutschland zeigt das zentrale Problem:

TätigkeitsartZeitanteilBewertung
Operative Tätigkeiten67%Zu hoch
Strategische Tätigkeiten33%Zu niedrig
PM mit 60-90% operativer Arbeit76%Kritisch
PM die das Verhältnis als sinnvoll bewerten5%Alarmierend

Datenquelle: MSG Produktmanagement-Studie

Operative Tätigkeiten im Produktmanagement (die 67%)

Diese Aufgaben im Produktmanagement laufen typischerweise primär ab und machen einen Großteil der täglichen Arbeit aus:

Daily Firefighting

  • Bugs fixen, Kundenprobleme lösen
  • Spontane Anfragen von Sales bearbeiten
  • Dringende Anpassungen durchsetzen

Meeting-Marathon

  • Status-Updates koordinieren
  • Abstimmungen zwischen Fachabteilungen
  • Ad-hoc-Meetings ohne strategischen Wert

Verwaltung

  • E-Mails beantworten (durchschnittlich 2-3 Stunden täglich)
  • Backlog verwalten, Tickets kategorisieren
  • Dokumentation aktualisieren

Kurzfristige Anpassungen

  • Feature-Requests von wichtigen Kunden umsetzen
  • Marktreaktionen verarbeiten
  • Technische Probleme eskalieren

Strategische Tätigkeiten im Produktmanagement (die 33%)

Das, was eigentlich priorisiert werden sollte, macht nur ein Drittel der Aufgaben im Produktmanagement aus:

Marktforschung & Wettbewerbsanalyse

  • Verstehen, was der Markt wirklich braucht
  • Competitor-Bewegungen beobachten & interpretieren
  • Markttrends frühzeitig erkennen

Langfristige Produktvision & Strategie

  • Wohin entwickeln wir uns in 2-3 Jahren?
  • Welche technologischen Shifts müssen wir antizipieren?
  • Wie positionieren wir uns differenziert?

Customer Insights sammeln & analysieren

  • Tiefes Verständnis der Nutzer aufbauen
  • Jobs-to-be-Done identifizieren
  • Unerfüllte Bedürfnisse aufdecken

Business Modell & Performance-Steuerung

  • Wirtschaftliche Erfolgsmetriken definieren & überwachen
  • Profitabilitätsanalysen durchführen
  • Strategische Entscheidungen über Product-Portfolio treffen

Roadmap & Priorisierungslogik

  • Was bauen wir, und wichtiger: was bauen wir nicht?
  • Ressourcen optimal verteilen
  • Langfristige versus kurzfristige Gewinne balancieren

Warum entsteht dieses Ungleichgewicht bei den Aufgaben im Produktmanagement?

UrsacheAnteil PM die das nennenAuswirkung
Mangelnde Rollenklarheit im Management12,5%PM wird als „Edelmülltonne“ genutzt
Zu wenig PM für zu viele Produkte~15%Kapazitätsmangel führt zu Kurzfristdenken
Keine klare Priorisierung13% (Zeitmangel)Alles ist gleich wichtig = nichts ist wichtig
Druck von Schnittstellen (Sales, Service)18,3%Konstanter Ad-hoc-Druck
Fehlende Unterstützung durch Management11,5%Strategische Arbeit wird nicht geschützt

Datenquelle: Zusammenstellung aus PM Studie 2022

Die Studie zeigt klar, was machen Produktmanager:innen täglich und warum diese Tätigkeiten im Produktmanagement so operativ fokussiert sind.

Die operative Realität: 67% der Arbeitszeit von Produktmanager:innen geht in Tagesgeschäft, obwohl strategische Arbeit den wirtschaftlichen Produkterfolg langfristig sichert.


Tätigkeiten nach Berufserfahrung: Wie sich die Rolle entwickelt

Die Befragung zeigt, dass sich das Tätigkeitsprofil mit Erfahrung deutlich verschiebt:

BerufserfahrungOperative TätigkeitenStrategische TätigkeitenLeadership-TätigkeitenRollenverständnis
Unter 3 Jahre70-80%20-30%5-10%Coordinator
3-10 Jahre50-60%40-50%20-30%Strategic Coordinator
Über 10 Jahre40-50%50-60%40-50%Strategic Leader

Schätzung basierend auf Studienergebnissen zur Rollenentwicklung

Junior PM (unter 3 Jahre Erfahrung) und ihre Tätigkeiten im Produktmanagement

Dominante Tätigkeiten:

  • Operative Koordination (70-80% der Zeit)
  • Backlog-Management, Feature-Requests priorisieren
  • Meetings mit Entwicklung, Dokumentation
  • Lernen: Wie funktioniert unser Produkt, Markt, Organisation?

Selbsteinschätzung:

  • Niedrigere Kompetenzeinschätzung in allen Rollen (durchschnittlich 0,3-0,5 Punkte unter erfahrenen PM)
  • Unsicherheit bei strategischen Entscheidungen
  • Fokus auf operative Exzellenz als „Bewährungsprobe“

Mid-Level PM (3-10 Jahre Erfahrung) und ihre wachsenden Aufgaben im Produktmanagement

Wachsende strategische Tätigkeiten im Produktmanagement:

  • 50-60% operative Arbeit, 40-50% strategisch
  • Roadmap-Planung, Marktanalyse, Kundeninterviews
  • Business-Case-Entwicklung beginnt
  • Leadership: Erste Versuche, interdisziplinäre Teams zu koordinieren

Entwicklung:

  • Rollenklarheit wächst signifikant
  • Entscheidungskompetenz steigt
  • Beginnende Identifikation mit Leadership-Rolle (aber noch nicht vollständig)

Senior PM (über 10 Jahre Erfahrung) und ihre Verantwortung an Aufgaben im Produktmanagement

Strategische Verantwortung bei den Tätigkeiten im Produktmanagement:

  • 40-50% operative, 50-60% strategische Tätigkeiten
  • Tiefe Business-Performance-Steuerung
  • Mentoring jüngerer PM
  • Vision-Setting, Long-term Product Strategy

Selbstverständnis:

  • Höchste Rollenklarheit über alle Dimensionen
  • Entscheidungen treffen auch bei Unsicherheit
  • Strategische Führung als Kernkompetenz verstanden

Wichtiger Befund: Die Bereitschaft, an der eigenen Persönlichkeit und dem Mindset zu arbeiten, sinkt mit zunehmender Erfahrung. Das ist ein Warnsignal, wer nach 10 Jahren aufhört zu lernen, stagniert.

Entwicklung ins Produktmanagement und die Bedeutung vorheriger Berufserfahrung

In diesem Video-Ausschnitt wird erklärt:

„Produktmanagement ist in vielen Stellen noch ein Beruf, in den man sich hin entwickelt mit vorheriger Berufserfahrung und Führungserfahrung, die man dann auch in diesem Produktmanagement-Job mit einbringen kann.“


Die 4 Dimensionen der strategischen Verantwortung

Eine Detailauswertung zur Rolle „Stratege & Visionär“ zeigt vier Merkmale, die zeigen, was machen Produktmanager:innen strategisch:

DimensionZustimmung (trifft zu)Kompetenz (sehr gut/gut)
Strategische Planung erarbeiten68,7%72,1%
Entscheidungen aktiv vorbereiten64,7%73,6%
Neue Ideen erarbeiten75,3%71,4%
Betriebswirtschaftliche Performance steuern43,6%48,1%

Datenquelle: PM Studie 2022

Die erste drei Dimensionen funktionieren solide. Aber bei der vierten Dimension bricht das Verständnis zusammen: 56,4% sagen aktiv nein zu der Aufgabe, die wirtschaftliche Performance zu steuern.

Das ist das zentrale Problem: Während Produktmanager:innen gerne strategisch planen und Ideen generieren, weigern sich mehr als die Hälfte, aktive Geschäfts-Verantwortung zu übernehmen. Diese Aufgabenverweigerung ist ein Kernproblem der Aufgaben im Produktmanagement.

Aber wer, wenn nicht das Produktmanagement? Wer schaut auf die langfristige Rentabilität? Wer steuert gegen, wenn eine Produktlinie zu teuer wird? Wer trifft die schwierigen Entscheidungen zwischen „Neues Produkt“ versus „Bestandsprodukt optimieren“?

Diese Verantwortung liegt bei Produktmanager:innen, oder sie liegt bei niemandem, und der Produkterfolg wird dem Zufall überlassen. Die Antwort auf was machen Produktmanager:innen muss also auch die wirtschaftliche Steuerung beinhalten.

Betriebswirtschaftliche Performance steuern als Kernaufgabe

Im Video wird die Diskrepanz analysiert:

„Wer, wenn nicht das Produktmanagement? Das ist einfach der Kern und der Nutzen vom Produktmanagement, dass wir jemanden haben, der sich für den Erfolg der Produkte verantwortlich zeigt.“


Produktmanagement als Führungsaufgabe ohne Weisungsbefugnis

Das zentrale Missverständnis bei vielen Produktmanager:innen

Nur 41% der Produktmanager*innen führen aktiv ein interdisziplinäres Team, das gemeinsam die Produktstrategie umsetzt.

Das ist alarmierend. Warum? Weil Führung die Essenz des Produktmanagements ist, auch ohne Weisungsbefugnis. Das ist genau das, was Produktmanagement als Führungsaufgabe bedeutet.

Produktmanager:innen haben keine Macht über Entwickler, Marketer, Designer oder Vertriebsmitarbeiter. Aber Produktmanager:innen müssen diese täglich koordinieren, motivieren und in eine gemeinsame Richtung führen. Das ist laterale Führung: richtungsweisend, emotional motivierend, ohne formale Macht. Dies ist eine der kritischsten Aufgaben im Produktmanagement.

Die fehlende Team- und Leadership-Orientierung

Knapp 60% der Produktmanager:innen sehen sich nicht in einer Leadership-Rolle, wenn es um die Führung eines interdisziplinären Teams geht.

Aber genau das ist die Schnittstellen- und Koordinationsfunktion, die Produktmanagement als Führungsaufgabe ausmacht:

  • Produktmanager:innen arbeiten täglich mit Kolleg*innen aus Entwicklung, Qualität, Service, Produktion, Einkauf, Vertrieb, Marketing und Controlling
  • Produktmanager:innen führen ein Produktteam aus den Fachbereichen, das gemeinsam die Produktstrategie umsetzt
  • Diese Führung erfolgt ohne Weisungsbefugnis, basierend auf Kommunikation, Überzeugungskraft, strategischer Klarheit

Das ist nicht einfach. Es erfordert hohes Maß an Kommunikations-, Sozial- und Führungskompetenz. Aber genau das ist der Grund, warum Produktmanagement als Führungsaufgabe wertvoll ist.

Leadership-Rolle und Team-Führung als Erfolgsfaktor

Hier mache ich deutlich:

„Wenn man nicht in dieser Führungsrolle ist, dann fällt man in diese Feuerlöscherrolle rein. Oder in dieses ‚ich arbeite ab, ich arbeite zu und renne den Dingen hinterher.‘ Das ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor, ob Produktmanagement gelingt oder nicht.“


Die größten Herausforderungen bei diesen Tätigkeiten im Produktmanagement

Die Befragung bat über 250 Produktmanager*innen, offen ihre größten Herausforderungen bei der Ausübung der Produktmanager Tätigkeiten zu beschreiben:

HerausforderungAnteil der NennungenKernproblem
Schnittstellenkoordination18,3%Balancieren ohne Weisungsbefugnis zwischen widersprüchlichen Anforderungen
Produktstrategie & Launch17,3%Zu wenig Zeit für strategische Produktentwicklung und Go-to-Market
Marktsituation & externe Faktoren14,9%Pandemie, Lieferketten, Kostenexplosion, Fachkräftemangel
Zeit- & Selbstmanagement13%Zu viele Aufgaben, unklar priorisiert, operative Last dominiert
Fehlende Rollenklarheit12,5%Management versteht nicht, was PM tun soll – „Edelmülltonne“-Phänomen

Datenquelle: PM Studie 2022

Das „Knirschen an den Schnittstellen“ bei den Aufgaben im Produktmanagement

Die Top-Challenge ist Schnittstellenkoordination. Produktmanagement sitzt zwischen allen Stühlen:

  • Entwicklung will technisch elegante Features bauen
  • Vertrieb will schnelle Verkaufserfolge
  • Marketing will packende Stories erzählen
  • Qualität will Bugs fixen
  • Finanzcontrolling will Kosten sparen

Alle haben legitime, aber oft widersprüchliche Interessen. Produktmanager:innen müssen koordinieren, ohne Weisungsbefugnis. Das ist täglich ein Kraftakt und zeigt, was Produktmanagement als Führungsaufgabe bedeutet.

Zitate aus der Studie zum Thema was machen Produktmanager täglich:

„Das Balancieren zwischen den Anforderungen von Markt und Vertrieb und den Möglichkeiten der Entwicklung.“

„Der PM wird in erster Linie als Feuerwehrmann oder Edelmülltonne missbraucht.“

„Klarheit schaffen über Ziele und Aufgabenspektrum des Produktmanagements – weg von der Edelmülltonne, hin zum Manager.“


Update 2026: Stehen wir vor der großen Wende im Produktmanagement?

Die Daten von 2022 haben ein klares Bild gezeichnet: Ein PM-Alltag, der im operativen Hamsterrad feststeckt. Doch blicken wir auf das aktuelle Jahr 2026, hat sich die Dynamik massiv verändert. Zwei Faktoren wirbeln das Berufsbild derzeit auf:

  • Die KI-Revolution in der Operational Excellence: Während 2022 noch 67% der Zeit in operative Tätigkeiten im Produktmanagement flossen, übernehmen heute KI-Assistenten einen Großteil der Dokumentation, Backlog-Strukturierung und Datenanalyse. Das Zeitfenster für strategische Aufgaben im Produktmanagement wird so groß wie nie zuvor.
  • Vom Koordinator zum „Value Driver“: Der Druck auf die Profitabilität ist gestiegen. Die Rolle „Betriebswirtschaftliche Performance steuern“, die 2022 noch von vielen stiefmütterlich behandelt wurde, ist 2026 zur Überlebensfrage für Produkte geworden. Dies zeigt neu, was machen Produktmanager:innen in der modernen Realität.

Vorschau: Die neue Studie 2026 ist in Arbeit! Haben wir das Hamsterrad endlich verlassen? Nutzen wir die gewonnene Zeit wirklich für Führung und Vision? Um diese Fragen zu beantworten, bereiten wir bei der Product Lounge aktuell das große Update der Studie für 2026 vor. Wir wollen wissen, wie sich die Rollenidentifikation und die tatsächlichen Tätigkeiten im Produktmanagement in der neuen Ära verändert haben.

Bleibt gespannt: Die Ergebnisse der neuen Befragung werden zeigen, ob das Produktmanagement den Sprung von der „Edelmülltonne“ zum echten strategischen Leader geschafft hat.


Häufig gestellte Fragen zum Thema Aufgaben im Produktmanagement (FAQ)

Produktmanager koordinieren den gesamten Produktlebenszyklus: von Markt- & Kundenanalysen über strategische Planung bis zur Zusammenarbeit mit Entwicklung, Marketing und Vertrieb. Realität: 67% der Zeit wird mit operativen Aufgaben im Produktmanagement verbracht (Besprechungen, Firefighting, Koordination), obwohl strategische Arbeit (Marktforschung, Roadmap, Geschäfts-Steuerung) den größten Impact hat.

Beides, aber idealerweise sollte die Balance 60-70% strategisch, 30-40% operativ sein. Aktuell ist es umgekehrt: 67% operativ, 33% strategisch. Ohne Strategie ist Produktmanagement nur ein Koordinator; ohne operative Bodenhaftung fehlt die Markt-Realität. Das Gleichgewicht ist entscheidend, und aktuell massiv verschoben.

Weil sie nicht verstehen, dass Führung ohne Weisungsbefugnis möglich und notwendig ist. 59% der Produktmanager:innen sehen sich nicht in einer Leadership-Rolle bei der Team-Führung. Führung im Produktmanagement ist nicht formal-hierarchisch, sie ist emotional, richtungsweisend und durch Überzeugung. Das erfordert bewusste Entwicklung von Soft Skills, Kommunikation und Einflussnahme.

Laut Studienergebnissen die beiden am meisten vernachlässigten: Betriebswirtschaftliche Performance steuern (nur 44% tun es) und Interdisziplinäres Team führen (nur 41% tun es). Diese beiden Aufgaben im Produktmanagement unterscheiden erfolgreiche von durchschnittlichen Produktmanager:innen, doch die Mehrheit ignoriert sie.

Durch bewusste Priorisierung und Delegation operativer Aufgaben. Konkrete Schritte:

  • Rollenklarheit mit Management definieren
  • Operative Tätigkeiten im Produktmanagement bündeln (z.B. feste Besprechungs-Blöcke statt Ad-hoc)
  • „Nein“ sagen zu Anfragen, die nicht strategisch relevant sind
  • Junior-PM oder PM-Assistent*in für operative Koordination einsetzen
  • Werkzeuge & Automatisierung nutzen (z.B. für Berichterstattung)

Mit Berufserfahrung verschiebt sich das Profil deutlich: Junior PM verbringen 70-80% ihrer Zeit mit operativen Tätigkeiten im Produktmanagement, während Senior PM nur 40-50% operativ arbeiten und 50-60% strategisch. Die Frage was machen Produktmanager:innen ändert sich also mit der Karriereentwicklung fundamental.


Weiterführende Ressourcen

  • Product Lounge PM Studie 2022: Vollständige Ergebnisse der Befragung von 265 Produktmanager*innen im DACH-Raum mit detaillierter Analyse zu Rollen, Tätigkeiten im Produktmanagement, Herausforderungen und Kompetenzen. Die komplette Studie kannst du dir kostenlos zuschicken lassen.
  • MSG Produktmanagement-Studie (Deutschland): Fokus auf operative versus strategische Aufgabenverteilung und Schnittstellenproblematik im deutschen Mittelstand. Zeigt die 67-33-Realität im Detail und beantwortet, was machen Produktmanager:innen täglich wirklich.

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