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Wettbewerbsanalyse im Businessplan: Die Basis für erfolgreiche Produkte

19. Februar 2026

Warum eine strategische Marktanalyse für den Businessplan so wichtig ist

Stell dir vor: Du hast eine brillante Produktidee, hast monatelang entwickelt, und dann stellst du fest, dass du bei wesentlichen Marktanalysen geschlafen hast. Wie ein Steinchen im Schuh, man spürt es, ignoriert es zunächst, bis es zur schmerzhaften Blase wird.

Die Realität ist unbarmherzig: 34% der Startups scheitern, weil sie es nie schaffen, den Product-Market-Fit zu finden. Das bedeutet: Sie verstehen ihre Zielgruppe nicht ausreichend und kennen die Wettbewerbslandschaft nicht. Und hier greift die Wettbewerbsanalyse im Businessplan als dein strategisches Frühwarnsystem ein.

In diesem Leitfaden erfährst du, wie du eine Wettbewerbsanalyse im Businessplan strukturiert aufbaust, welche Herausforderungen dich erwarten und vor allem: wie du sie bewältigen kannst. Wir kombinieren bewährte Methoden mit praktischen Tipps für Produktmanager*innen, damit dein nächstes Produkt nicht nur am Markt vorbei geht, sondern genau dort ankommt, wo es gebraucht wird. Eine fundierte strategische Marktanalyse ist die Grundlage für erfolgreiche Produkte.



Warum die Wettbewerbsanalyse über Erfolg oder Scheitern entscheidet

Produktmanager*innen haben eine zentrale Mission: Sie müssen Marktchancen identifizieren und erfolgreiche Produkte entwickeln, die Kunden echten Mehrwert bieten und dem Unternehmen nachhaltigen Erfolg bescheren. Aber hier liegt der kritische Punkt: Das funktioniert nur, wenn drei fundamentale Voraussetzungen erfüllt sind.

  • Erstens benötigt man ein tiefes Verständnis der Herausforderungen, Bedürfnisse und Wünsche der Kunden und Anwender.
  • Zweitens ist es essenziell, die Zusammensetzung des Marktes zu kennen, wer sind die Akteure, welche Trends entstehen, welche Nischen sind unbesetzt? Eine strategische Marktanalyse beantwortet diese Fragen systematisch.
  • Und drittens, und das wird oft unterschätzt, muss du die eigene Position im Wettbewerbsumfeld kennen. Genau hier setzt die Wettbewerbsanalyse im Businessplan an.

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: 42% aller Startups finden nie den Product-Market-Fit, und über 75% venture-backed Startups scheitern innerhalb von zehn Jahren. Was ist der gemeinsame Nenner?

Mangelndes Markt- und Wettbewerbsverständnis. Die Gründer*innen verlassen sich zu sehr auf ihre eigene Intuition und unterschätzen, wie wichtig eine strategische Marktanalyse ist. Ohne systematische Analyse, wenn du deine Wettbewerber analysieren willst, fehlt die Grundlage für erfolgreiche Produkte.

Die Wettbewerbsanalyse ist dein Kompass. Sie zeigt dir nicht nur, wer deine Konkurrenz ist und was sie tut. Sie offenbart auch Blindflecken in deinem eigenen Verständnis. Sie hilft dir, die Falle des sogenannten Funktions-Wettlaufs zu vermeiden, in dem man versucht, mit den Wettbewerbern Schritt zu halten, anstatt vom Kunden her zu denken. Erfolgreiche Produkte entstehen, wenn sie zunächst ein reales Kundenproblem lösen und sich sekundär durch ihre Problemlösungskompetenz vom Wettbewerb abheben.

Mit einer strukturierten Wettbewerbsanalyse im Businessplan verstehst du, wo deine Stärken liegen und wo andere besser sind. Du erkennst Marktlücken, bevor es die Konkurrenz tut. Und du entwickelst eine Strategie, die nicht auf Reaktion basiert, sondern auf proaktiver, kundenzentrischer Innovation. Das ist die Grundlage für erfolgreiche Produkte.

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Die 3 größten Herausforderungen bei der Wettbewerbsanalyse

Obwohl die Wettbewerbsanalyse im Businessplan unverzichtbar ist, schieben viele Produktmanager*innen sie immer wieder auf. Der Grund? Drei massive Herausforderungen, die häufig unterschätzt werden.

Challenge 1: Datenbeschaffung und Aufwand, Das Steinchen im Schuh

Die erste, und häufig lähmendste, Herausforderung ist der schiere Aufwand. Die Datenbeschaffung und Aufbereitung im Rahmen der strategischen Marktanalyse ist extrem zeitintensiv. Ein Produktmanager*in muss Websites durchforsten, Produktdatenblätter sammeln, Pressemitteilungen analysieren, Branchenberichte recherchieren.

Der Aufwand ist enorm, doch der daraus resultierende Erkenntnisgewinn trifft häufig nur mittelmäßig die Erwartungen. Mit anderen Worten:

Das Aufwand-Nutzen-Verhältnis ist oft ungünstig.

Das ist der Grund, warum die Wettbewerbsanalyse im Businessplan in vielen Unternehmen nicht die notwendige Aufmerksamkeit bekommt. Eine Studie von encoway aus 2020, die unter Produktmanager*innen durchgeführt wurde, bestätigt diese Wahrnehmung: Die meisten empfinden den Prozess als ineffizient. Sie schieben es auf, bis der Druck zu groß wird, ähnlich wie ein Steinchen im Schuh, das man am liebsten ignoriert, bis es zur schmerzhaften Blase wird.

In der Praxis zeigt sich: Unternehmen mit mangelnden Ressourcen oder klaren Prozessen widmen der strategischen Marktanalyse minimal Zeit, während doch gerade hier strategische Chancen für erfolgreiche Produkte entstehen.

Challenge 2: Funktions-Vergleiche liefern keine ausreichenden Erkenntnisse

Die zweite große Hürde sind die einfachen Produkt-Funktions-Vergleiche, sogenannte Benchmarks. Sie mögen auf den ersten Blick informativ wirken, liefern aber oft keine ausreichenden Erkenntnisse für deine strategische Marktanalyse. Warum? Das Problem beginnt bei einer grundsätzlichen Frage:

Was genau wird denn verglichen?

Auf detailgenauer Funktions-Ebene können nur Äpfel mit Äpfeln sinnvoll verglichen werden. Doch hier stellt sich ein neues Problem: Ob und mit welchem Aufwand diese Informationen überhaupt beschafft werden können, bleibt oft unklar.

Produktmanager*innen könnten Tage damit verbringen, die genauen Spezifikationen von fünf Wettbewerber-Produkten zu dokumentieren und am Ende entstünde eine Tabelle, die wenig strategischen Wert für die Wettbewerbsanalyse im Businessplan bietet. Sie zeigt vielleicht, dass Konkurrent A einen zusätzlichen Sensor hat, sagt aber nicht, ob Kunden das überhaupt wollen oder ob es ihr Kaufverhalten beeinflusst.

Die Wahrheit ist: Detaillierte Funktions-Vergleiche entstehen leicht in Silos. Sie schauen nicht auf die übergeordnete Problemlösungsfähigkeit, sie ignorieren die emotionalen und pragmatischen Bedürfnisse der Zielgruppe, und sie können leicht zu einer verzerrten Sichtweise führen.

Challenge 3: Die „Das brauchen wir auch“-Falle

Die dritte, und vielleicht gefährlichste, Herausforderung resultiert direkt aus den Funktions-Vergleichen: Sie führt zu einer bestimmten Mentalität. Wenn dein Wettbewerb eine neue Funktion startet, kann schnell das Gefühl entstehen: „Das brauchen wir auch.“ Daraus keimen Aktionismus, Funktionsanhäufung und eine unbewusste „Ich-auch“-Strategie auf.

In der Praxis sehen wir das ständig: Ein großer Konkurrent kündigt eine neue Funktion an, und schon rufen Vertrieb und Management an und sagen: „Warum haben wir das nicht? Unsere Kunden werden das vermissen!“ Aber stimmt das wirklich? Oder wird es gefordert, nur weil es der Wettbewerb hat?

Erfolgreiche Produkte entstehen nicht durch Nachahmung. Sie entstehen, wenn man vom Kunden und Anwender her denkt. Sie lösen zunächst einmal ein reales Kundenproblem. Sekundär heben sie sich dann vom Wettbewerb ab, nicht umgekehrt.

Die strategische Marktanalyse zeigt also die eigenen Stärken und Schwächen in der Problemlösungskompetenz im Vergleich auf. Das bedeutet: Es macht durchaus Sinn, wenn du Wettbewerber analysieren willst, Äpfel mit Birnen zu vergleichen, aber von einer Metaebene aus, mit der Kundenbrille auf die Produkte zu schauen.

  • Welcher Wettbewerber löst das Kernproblem besser?
  • Welcher hat die bessere Benutzererfahrung?
  • Welcher ist einfacher zu implementieren?

Das sind die Fragen, die Differenzierung schaffen und den Weg zu erfolgreichen Produkten weisen, wenn du richtig Wettbewerber analysieren kannst.


Kontinuierlich statt einmalig: Wettbewerbsanalyse als Prozess etablieren

Eine der wichtigsten und häufig missverstandenen Erkenntnisse lautet:

Eine Wettbewerbsanalyse im Businessplan ist kein Projekt, sondern eine kontinuierliche Aufgabe.

Darin sind sich alle Experten*innen einig. Und es gibt gute Gründe dafür.

Warum einmalige Analysen zum Scheitern verurteilt sind

Märkte sind dynamisch. Konkurrenten verändern ihre Strategien, neue Anbieter treten ein, Technologien verschieben sich, Kundenbedürfnisse wandeln sich. Wenn du eine strategische Marktanalyse einmalig durchführst und sie dann in der Schublade vergessen wird, basieren alle Entscheidungen auf veralteten Daten und veraltete Daten sind gefährlich.

Die statistische Evidenz ist klar:

Unternehmen, die kontinuierlich ihre Wettbewerber beobachten und regelmäßig Wettbewerber analysieren, erzielen etwa 3-4x bessere Marktpositionen als solche, die es nur sporadisch tun.

Der Grund liegt auf der Hand: Sie erkennen Trends schneller, können schneller reagieren und bauen nachhaltige Marktintelligenz auf.

Ein weiterer häufiger Fehler: Wettbewerbsanalytik wird als einmaliges Ad-hoc-Projekt behandelt, das vor einem Produktlaunch durchgeführt wird. Danach wird es ignoriert. Aber der Markt verändert sich auch nach dem Launch. Die strategische Marktanalyse von heute ist morgen schon teilweise obsolet.

Die richtige Frequenz für deine Branche

Wie oft sollte man eine Wettbewerbsanalyse im Businessplan aktualisieren? Die Antwort hängt von deiner Branche ab:

Branche / MarktEmpfohlene HäufigkeitBegründung
Tech-Sektor (SaaS, Software)MonatlichSehr dynamischer Markt, schnelle Produktiteratonen, häufige Feature-Releases
E-CommerceMonatlich bis quartalsweiseStändige Pricing-Änderungen, neue Marketingkanäle, schnelle Trends
Medizintechnik / PharmaHalbjährlichReguliert, aber Innovationen und neue Zulassungen entstehen regelmäßig
Automotive / IndustrieprodukteJährlich bis halbjährlichLängere Produktentwicklungszyklen, aber strategische Verschiebungen erkennbar
Klassische KonsumgüterJährlichReifere Märkte, aber saisonale und Trendveränderungen relevant

Die Regel lautet: Je dynamischer dein Markt, desto häufiger solltest du die strategische Marktanalyse durchführen. Bei schnelllebigen Märkten kann monatliches Monitoring sinnvoll sein. Dort, wo sich weniger tut, reicht ein halbjährlicher oder jährlicher Zyklus.

Wichtig ist: Sobald du einen Zyklus etablierst, halte dich daran. Das verhindert, dass wichtige Informationen verloren gehen und sichert die Grundlage für erfolgreiche Produkte.


Datenquellen und Harmonisierung: Die unterschätzte Grundlage

Wenn man ehrlich ist, liegt das größte Problem bei der Wettbewerbsanalyse im Businessplan nicht in der Analyse selbst, sondern in den Daten. Und hier zeigt sich ein klassisches, oft unterschätztes Phänomen: Das Datenintegrations-Problem.

Datenquellen für deine strategische Marktanalyse sind extrem vielfältig:

  • PDF-Datenblätter von Produkten
  • PowerPoint-Präsentationen von Vertriebsteams
  • Excel-Tabellen aus Marketing
  • Website-Informationen (häufig unstrukturiert)
  • Social-Media-Posts und Messaging
  • Geschäftsberichte (für börsennotierte Unternehmen)
  • Branchenberichte von Analysten
  • Pressemitteilungen und News-Artikel
  • Kundenfeedback und Bewertungen

Das eigentliche Problem? Diese Daten liegen alle in völlig unterschiedlichen Formaten vor und sind nicht aufeinander abgestimmt.

Dein Vertriebsteam hat eine Excel-Liste mit Wettbewerbspreis und Checkliste von Funktionen. Das Marketing-Team hat PDF-Broschüren gescannt. Du als Produktmanager*in hast ein paar Notizen aus Kundeninterviews. Zusammen bilden diese fragmentierten Informationen kein kohärentes Bild für deine Wettbewerbsanalyse im Businessplan. Sie sind chaotisch, teilweise widersprüchlich und nicht systematisch verwertbar.

Das größte Problem dabei ist, dass die Daten nicht harmonisiert, also sinnvoll zusammengefügt, bereinigt und verknüpft sind. Genau das sind aber die Anforderungen an eine verwertbare Datenbasis, damit vernünftige Schlüsse gezogen werden können und sie mit angemessenem Aufwand aktuell gehalten werden kann.

Eine oft übersehene Statistik: 97% der gesammelten Daten bleiben ungenutzt.

Das bedeutet: Viele Unternehmen sammeln fleißig Informationen, wenn sie Wettbewerber analysieren, schaffen es aber nicht, diese in strukturierte Erkenntnisse zu verwandeln. Die Daten sitzen in verschiedenen Werkzeugen, verschiedenen Abteilungen, verschiedenen Hirnen und keine*r sieht das Gesamtbild.

Die Lösung liegt in durchdachten Datenstrukturen für deine strategische Marktanalyse. Statt jede Information wild zu sammeln, brauchst du ein System, das sagt:

Wenn wir einen Wettbewerber analysieren, erfassen wir folgende standardisierte Informationen in diesem Format.“

Das könnte so aussehen:

  • Stammdaten: Gründung, Sitz, Management, Mitarbeiterzahl
  • Finanzielle Daten: Umsatz, Gewinn, Rentabilität (soweit verfügbar)
  • Produktportfolio: Welche Produkte/Funktionen, Preispunkte, Zielgruppen
  • Strategische Ausrichtung: Wachstumsthemen, Innovation, Expansionspläne
  • Marktposition: Marktanteile, Kundenbasis, Referenzen

Wenn diese Daten in einer strukturierten Form verfügbar sind, ideal in einer zentralen Datenbank oder sogar mit Unterstützung durch Software-Werkzeuge, kannst du viel schneller und fundierter entscheiden und erfolgreiche Produkte entwickeln.

Nur mit durchdachten Datenstrukturen kann viel erreicht werden. Und hier zeigt sich, wo Automatisierung ins Spiel kommt: Computer sind besonders gut darin, einfach beschreibbare, repetitive Aufgaben durchzuführen. Mit der Unterstützung geeigneter Software-Werkzeuge kann der Aufwand der Datenbeschaffung und Aufbereitung für deine Wettbewerbsanalyse im Businessplan erheblich reduziert werden. Allerdings nur, wenn die zugrundeliegenden Strukturen klar definiert sind.


Bewährte Methoden: SWOT, Porter’s Five Forces und Benchmarking

Wettbewerbsanalyse braucht Struktur. Es gibt etablierte Methoden, die Produktmanager*innen helfen, ein klares Bild des Marktumfelds zu entwickeln und richtig Wettbewerber analysieren zu können. Hier sind die drei wichtigsten, die auch in jeder guten Wettbewerbsanalyse im Businessplan auftauchen sollten.

SWOT-Analyse: Interne Stärken mit externen Chancen verbinden

Die SWOT-Analyse ist eine der ältesten und gleichzeitig wertvollsten Methoden der strategischen Planung. Das Kürzel steht für:

  • Strengths (Stärken),
  • Weaknesses (Schwächen),
  • Opportunities (Chancen) und
  • Threats (Bedrohungen/Risiken).​

Die Idee ist einfach, aber kraftvoll: Man betrachtet sowohl interne Faktoren (Stärken und Schwächen des eigenen Unternehmens) als auch externe Faktoren (Chancen und Risiken der Marktumgebung). Dadurch entsteht ein Gesamtbild, das strategische Entscheidungen fundiert und ist Teil jeder guten strategische Marktanalyse.

Vierfeldermatrix mit den überschriften stärken, chancen, schwächen und risiken, die typische fragestellungen zur richtigen anwendung von methoden in jedem bereich auflistet.
SWOT-Analyse: mit den vier Feldern – Stärken, Schwächen, Chancen, Risiken

In der Praxis funktioniert das so: Dein Team erstellt eine Matrix mit vier Quadranten, um systematisch Wettbewerber analysieren zu können.

  • In die obere linke Ecke schreibst du die Stärken deines Produkts: „Überlegene Benutzererfahrung“, „Starke Kundenbeziehungen“, „Kostenvorteil“.
  • Rechts daneben die Schwächen: „Kleine Marktpräsenz“, „Hoher Kundengewinnungskurs“, „Limitierte Funktionen“.
  • Darunter links die Chancen: „Wachsender Markt“, „Neue Technologien“, „Regulatorische Änderungen“.
  • Und unten rechts die Bedrohungen: „Aggressiver Konkurrenz-Newcomer“, „Technologische Disruption“, „Sinkende Nachfrage“.

Der wahre Wert einer SWOT-Analyse liegt in der strategischen Synthese:

  • Wie kannst du deine Stärken nutzen, um Chancen zu ergreifen?
  • Wie minimierst du deine Schwächen, um Risiken zu reduzieren?

Diese Kombination führt zu konkreten Handlungsempfehlungen und ist essentiell für erfolgreiche Produkte.

Wann SWOT einsetzen: Bei der Entwicklung neuer Produkte, vor strategischen Entscheidungen bei der Wettbewerbsanalyse im Businessplan, bei der Businessplan-Erstellung, bei regelmäßigen strategischen Reviews.

Porter’s Five Forces: Branchenattraktivität systematisch bewerten

Michael E. Porter entwickelte 1979 ein Modell, das noch heute Standard in der strategischen Analyse ist. Es geht weit über einen einfachen Wettbewerbsvergleich hinaus und hilft dir, richtig Wettbewerber analysieren zu können.

Diagramm zu porters 5 forces zeigt zentrale wettbewerbsintensität und vier einflussfaktoren: markteintrittsbarrieren, verhandlungsmacht der lieferanten, verhandlungsmacht der käufer, bedrohung durch substitute.
Porter’s Five Forces im Überblick

Das Modell besagt: Die Attraktivität und Profitabilität deiner Branche werden nicht nur durch direkte Konkurrenten bestimmt, sondern durch fünf zentrale Kräfte:

  1. Rivalität unter bestehenden Wettbewerbern: Wie intensiv kämpfen etablierte Spieler um Marktanteile? Gibt es Preiskämpfe? Wie schnell innoviert die Branche?
  2. Bedrohung durch neue Anbieter: Wie leicht oder schwer ist es, in den Markt einzutreten? Welche Eintrittsbarrieren gibt es (Kapital, Patente, Markenaufbau, Regulierung)?
  3. Verhandlungsstärke der Lieferanten: Wie abhängig bist du von wenigen Zulieferern? Können sie die Preise diktieren oder die Qualität senken?
  4. Verhandlungsstärke der Kunden: Haben deine Kunden die Macht, Preise zu drücken? Können sie leicht zu Wettbewerbern wechseln? Wie konzentriert ist deine Kundenbasis?
  5. Bedrohung durch Ersatzprodukte: Welche alternativen Lösungen gibt es? Können Kunden ihre Probleme auf völlig andere Weise lösen?

Diese Analyse ist brutal ehrlich. Ein Markt mit vielen Wettbewerbern, niedrigen Eintrittsbarrieren und mächtigen Kunden ist weniger attraktiv als ein Markt mit wenigen Spielern, hohen Barrieren und abhängigen Kunden. Sie hilft dir dabei, die Marktposition korrekt einzuschätzen, wenn du eine strategische Marktanalyse durchführst.

Wann Five Forces einsetzen: Bei der Bewertung der Branchenattraktivität in deiner Wettbewerbsanalyse im Businessplan, vor Markteintritten, zur Identifikation strategischer Hebel, bei der Definition von Positionierungsstrategien.

Benchmarking: Kontinuierlicher Vergleich messbarer Metriken

Benchmarks sind der kontinuierliche Vergleich deiner Leistung mit Best-Practice-Unternehmen oder Mitbewerbern. Es ist systematischer als einfache Funktions-Vergleiche, weil es messbare Metriken nutzt. Sie sind ein zentrales Element, um Wettbewerber analysieren zu können.

Es gibt verschiedene Varianten:

  • 1:1-Vergleiche: Du vergleichst dich direkt mit einem spezifischen Wettbewerber und analysierst, wo dieser besser ist. Beispiel: „Konkurrent X hat 40% höhere Kundenzufriedenheit, warum?“
  • Best-in-Class-Vergleiche: Du suchst das beste Unternehmen in deiner Kategorie, unabhängig davon, ob es direkt konkurriert. So könnte ein SaaS-Unternehmen von dem Kundenservice einer Bank lernen.
  • Marktmittelfeld-Vergleiche: Du vergleichst dich gegen den Durchschnitt deines Marktes, um zu sehen, wo du über oder unter dem Schnitt liegst.

Wichtig: Leistungsvergleiche sind nicht nur eine zahlenlose Übung. Die beste Nutzung ist, zu verstehen, warum der Wettbewerb besser ist. Welche Prozesse, Technologien oder Unternehmenskulturen führen zu dieser Performance? Das ist der Kern einer guten strategische Marktanalyse.


ROI der Wettbewerbsanalyse messbar machen

Eine berechtigte Frage, die viele Produktmanager*innen stellen:

„Wie messe ich, ob die Zeit in Wettbewerbsanalyse im Businessplan sich lohnt?“

Die Antwort liegt in einem strukturierten Value-Discovery-Framework.

Value Discovery Framework: Wo Erkenntnisse geschäftlichen Wert schaffen

Der ROI von Wettbewerbsanalyse im Businessplan lässt sich in drei Dimensionen abbilden:​

1. Geschäftswachstum

  • Neue Chancen identifizieren: Marktlücken erkennen, auf die Konkurrenten nicht vorbereitet sind. Dies trägt direkt zu erfolgreiche Produkte bei.
  • Umsatz-Auswirkungen: Bessere Positionierung führt zu höherer Preisgestaltungsfähigkeit, schnellere Skalierung.
  • Marktanteil: Wissensbasierte strategische Entscheidungen aus deiner strategischen Marktanalyse erzielen Wettbewerbsvorteil und höheren Marktanteil.
  • Beispiel: Ein Produktmanager*in erkennt durch Wettbewerber analysieren, dass ein großer Konkurrent eine wichtige Kundengruppe vernachlässigt. Daraus ergibt sich eine neue Chance zur Erschließung dieses Segments und zusätzliche Revenue.

2. Kosteneffizienz

  • Vermeidung von Fehlentwicklungen: Nicht jede Funktion, die bei der Konkurrenz erfolgreich ist, wird auch bei dir erfolgreich sein. Gründliche strategische Marktanalyse spart Entwicklungskosten.
  • Intelligente Ressourcenallokation: Nicht überall investieren, sondern gezielt dort, wo es den größten Unterschied macht.
  • Beispiel: Konkurrenz investiert in Funktion X, aber deine Wettbewerbsanalyse im Businessplan zeigt, das ist nicht das Kernproblem der Kunden. Du sparst €200k Entwicklung.

3. Risikomanagenent

  • Disruption früh erkennen: Können neue Technologien oder Geschäftsmodelle deine Branche aufmischen? Eine gute strategische Marktanalyse gibt dir Warnsignale.
  • Strategische blinde Flecken beheben: Wo bist du verwundbar?
  • Beispiel: Du erkennst durch Wettbewerber analysieren, dass ein Tech-Player aus einem anderen Markt deine Branche disrupted. Du kannst proaktiv reagieren, nicht reaktiv.

Die Kombination dieser drei Faktoren zeigt: Gute Wettbewerbsanalyse im Businessplan ist nicht einfach ein schönes Reporting-Dokument. Sie schafft direkten geschäftlichen Wert durch bessere Entscheidungen und führt zu erfolgreichen Produkten.

ROI-Metriken für Produktentwicklung

Wie konkret wird das? Welche KPIs solltest du messen?​

DimensionKPIBeispiel
Umsatz / RevenueZusätzlicher Umsatz durch neue ProduktfeaturesNeue Kundengruppe → €500k/Jahr zusätzlich
MarktanteilVeränderung des Marktanteils (%)Von 12% auf 15% innerhalb eines Jahres
KundenzufriedenheitNPS (Net Promoter Score) oder CSAT+15 Punkte NPS nach Produktiteration
KundengewinnungCAC (Customer Acquisition Cost)CAC sinkt um 20%, weil Positionierung klarer
KundenretentionChurn RateChurn sinkt von 5% auf 3%/Monat
MarktbewusstseinBrand Awareness / Brand RecallBekanntheit wächst durch bessere Positionierung
CLVCustomer Lifetime ValueCLV steigt um 25% durch bessere Produktadaption

Diese Metriken sind messbar und sollten in einen Vorher-Nachher-Vergleich einfließen. Das ist die Grundlage für deinen ROI-Bericht gegenüber dem Management.


Best Practices: So vermeidest du die 10 häufigsten Fehler bei der Wettbewerbsanalyse im Businessplan

Wenn du wissen möchtest, wie 90% der Konkurrenten es falsch machen, dann achte auf diese 10 häufigsten Fehler und tu das Gegenteil:

1. Fehler: Einmalige Analysen durchführen

  • Problem: Du machst eine Wettbewerbsanalyse im Businessplan, präsentierst sie dem Board, und dann verstaubt das Dokument in der Ecke. Nach 6 Monaten ist sie obsolet.
  • Lösung: Etabliere einen kontinuierlichen Prozess. Quartalsweise Updates, monatliche Monitoring-Dashboards für dynamische Märkte.

2. Fehler: Falsche Vergleichsbasis

  • Problem: Du vergleichst dich mit Konkurrenten, die gar nicht deine echten Konkurrenten sind. Größe, Marktposition, Zielgruppe passen nicht.
  • Lösung: Definiere deine Peer Group bewusst, wenn du Wettbewerber analysieren willst. Wer ist wirklich vergleichbar?

3. Fehler: Nur direkte Wettbewerber betrachten

  • Problem: Du vergisst indirekte Konkurrenten. Ein CRM-Anbieter konkurriert nicht nur mit anderen CRM-Werkzeugen, sondern mit Tabellenkalkulationen und integrierten Systemen.
  • Lösung: Analysiere auch substituierende Lösungen und umfassendere Plattformen, die dein Problem lösen.

4. Fehler: Nur öffentliche Daten sammeln

  • Problem: Du verlässt dich nur auf Websites, Pressemitteilungen und LinkedIn. Das ist oberflächlich bei deiner strategischen Marktanalyse.
  • Lösung: Nutze primäre Forschung, Kundeninterviews, Käuferberatungen, Bewertungsportale, Support-Tickets, Events.

5. Fehler: Feature-Fokus statt Nutzen-Fokus

  • Problem: Du erstellst eine lange Liste: „Konkurrent hat 23 Funktionen, wir haben 19.“ Das sagt dir nichts über Wert in deiner Wettbewerbsanalyse im Businessplan.
  • Lösung: Frag dich, welches echte Kundenproblem löst jede Funktion? Priorisiere nach Kundenrelevanz.

6. Fehler: Fehlende Kundenbrille

  • Problem: Deine strategische Marktanalyse ist intern-fokussiert: „Wir haben bessere Code-Qualität.“ Aber Kunden interessiert das nicht.
  • Lösung: Analysiere immer von der Kundenbrille aus. Warum würde ein Kunde diesen Wettbewerber wählen?

7. Fehler: Market Timing ignorieren

  • Problem: Du analysierst einen Wettbewerber, der heute existiert, aber übersiehst einen, der in 3 Jahren ein Game-Changer sein könnte.
  • Lösung: Identifiziere aufstrebende Spieler und Trend-Signale in deiner Wettbewerbsanalyse im Businessplan.

8. Fehler: Kein Benchmarking

  • Problem: Du sammelst Infos, aber vergleichst sie nicht mit messbaren KPIs, wenn du Wettbewerber analysieren willst.
  • Lösung: Etabliere Performance-Metriken und vergleiche regelmäßig. NPS, Preispunkte, Kundenzufriedenheit.

9. Fehler: Daten-Overload

  • Problem: Du sammelst so viele Daten, dass es paralysiert. 200 Funktionen gegenüber Konkurrenten und kein klares Bild entsteht in der strategischen Marktanalyse.
  • Lösung: Fokussierung auf das Wesentliche. Was sind die Top-3 Unterscheidungsmerkmale?

10. Fehler: Keine Ziel-Ausrichtung

  • Problem: Deine Wettbewerbsanalyse im Businessplan ist eine akademische Übung, nicht verbunden mit Business Goals.
  • Lösung: Starte immer mit der Frage: „Was möchten wir mit dieser Analyse entscheiden?“

Häufig gestellte Fragen zum Thema Wettbewerbsanalyse (FAQ)

Das hängt von deinem Markt ab. In dynamischen Märkten (Technologie, E-Commerce) solltest du mindestens monatlich Wettbewerber analysieren. In moderateren Märkten (Medizintechnik, Automotive) ist eine halbjährliche oder jährliche strategische Marktanalyse ausreichend. Das Wichtigste: Etabliere einen festen Zyklus für deine Wettbewerbsanalyse im Businessplan und halte daran fest.

Eine einmalige Analyse für 5 Konkurrenten dauert je nach Detailtiefe 3-5 Tage. Ein kontinuierliches Monitoring-System kannst du mit 2-3 Stunden pro Woche pflegen und Wettbewerber analysieren lassen.

Wettbewerbsanalyse ist breiter, sie schaut auf Strategie, Positionierung, Geschäftsmodell, Funktionen, Preise, alles. Benchmarks sind enger. Sie messen spezifische Leistungskennzahlen und vergleichen sie. Leistungsvergleiche sind ein Teil der Wettbewerbsanalyse im Businessplan.

Nutze das Value-Discovery-Rahmenwerk: Geschäftswachstum (neue Revenue, Marktanteil), Kosteneffizienz (vermiedene Fehlinvestitionen), Risikomanagement (früh erkannte Bedrohungen). Quantifiziere diese Dimensionen mit Metriken wie NPS, Kundengewinnungskurs, Abwanderungsquote, Kundenerlebniswert, wenn du eine strategische Marktanalyse durchführst.

Ja, aber mit Einschränkungen. Alleine schaffst du kontinuierliche Tiefanalyse weniger. Fokussiere dich auf regelmäßiges Monitoring (kurze Updates) statt vollständige Analysen. Nutze Werkzeuge und KI zur Automatisierung, wenn du Wettbewerber analysieren möchtest.


Weiterführende Ressourcen

  • Encoway Studie Produktmanagement (2020) – Empirische Forschung zur Datenbeschaffung und Aufwand-Nutzen-Verhältnis bei Wettbewerbsanalyse im Businessplan mit konkreten Zahlen und Best Practices.
  • Compass Innovationsprojekt (Dr. Thorsten Krebs, encoway) – Eine Softwarelösung speziell für automatisierte Markt- und Wettbewerbsanalyse mit Datenharmonisierung.
  • Porter’s Five Forces Framework (Michael E. Porter) – Klassisches, bewährtes Rahmenwerk zur systematischen Analyse von Branchenattraktivität für deine strategische Marktanalyse.

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